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Was man anderswo vergeblich sucht In „grow or go – Die Architekten des global village“ gewährt Marc Bauder (Regie) bizarre Einblicke in die kühl stilisierte Welt junger Überflieger ohne emotionale Barrieren. Denn Thomas, Diana, Steffi und Marc-Philipp sind ein gutes Stück ihres Weges schon gegangen. Die Eltern haben sich die Ausbildung ihrer Sprösslinge an der European Business School einiges kosten lassen (38000 Euro). Nun winken dem Quartett Jobs als Unternehmensberater in hübschen Büros in luftiger Höhe bei international operierenden Unternehmen. Gefragt sind dabei Leistungsbereitschaft, Analysen und Vorschläge zu Umstrukturierung, um die Auftraggeber wettbewerbsfähig zu machen. Dafür wird den 24-jährigen ein stattliches Salär von 50000 Euro pro Jahr geboten, Laptop, Handy und Dienstwagen stellen die Firmen zusätzlich. Nüchtern und kommentarlos, aber nicht ohne Ironie in Bild (Börres Weiffenbach) und Schnitt (Rune Schweitzer) folgen Marc Bauder und Dörte Franke, die gemeinsamen Autoren des Films, den vier Protagonisten bei Bewerbungsgesprächen, in Trainingscamps und zu den ersten Jobs. Ergänzt mit knappen, erhellenden Skizzen zum persönlichen Umfeld fügt sich das Ergebnis zu einer gelungenen Innenansicht künftiger Eliten, ihrem erstaunlichen Selbstbewusstsein und ihren Vorstellungen von einem erfüllten Leben. Auch wenn die Strategie und Effizienz der Unternehmen leider nicht hinterfragt wurde, gelang hier ein nachhaltiger und pointierter Eindruck der künftigen Führungskräfte. Denn kalt gelassen haben dürften diese vier Yuppies mit ihrer streng technizistischen Sprache und ihrem reglementierten Habitus kaum jemanden am Bildschirm. Rainer Braun |
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