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Kritik vom 13.12.2003

Fremdes Leben

Das Leben von Thomas Schroeter, Diana Hey, Steffi Glasenapp und Marc-Philipp Becker verläuft zwischen Hotel, Büro und Flughafen. Als Unternehmensberater spielen sie bereits eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft und haben doch mit 24 Jahren grade erst den ersten Schritt in den Beruf getan.
Sie haben eine teure private Wirtschaftsschule absolviert, rechnen sich zur Elite und fühlen sich als Mitglieder großer Familien namens Boston Consulting oder Booz-Allen-Hamilton. "Grow or go" ist die Philosophie, nach der sie arbeiten: Wer stillsteht, hat schon verloren. Ihre Welt spiegelt sich in dem merkwürdigen Sprachgemisch, das sie sprechen. Sie müssen "personal effectiveness" beweisen, einen "recruiting day" und danach ein "boot camp" samt "outdoortraining" absolvieren, dort werden sie gefragt, wie die "findings" von der anderen Seite aussähen usw.

Der Preis, der für Flexibilisierung, Optimierung und Marktförmigkeit zu zahlen ist, lässt sich auch aus Baudes "grow or go" deutlich herauslesen. Mithalten können nur jene, die bereit sind, die Spielregeln zu internalisieren und die Unternehmensphilosophie als eigene Lebensphilosophie zu adaptieren.

Fritz Wolf

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